Die Rückkehr der Inflation – warum die nächste Welle näher ist, als viele glauben

📅 Datum:   03. Januar 2026

✍️ Autor:     Markus Schneider, FINANZCOACHING SCHNEIDER

Nach den extremen Preissteigerungen der Jahre 2021 bis 2023 scheint sich die Lage auf den ersten Blick zu beruhigen. Die Inflationsraten sind gefallen, Prognosen klingen moderater, viele Marktteilnehmer atmen auf. Doch genau diese Ruhe kann trügerisch sein.
 

Ein Blick auf die aktuellen wirtschafts- und finanzpolitischen Entwicklungen zeigt: Die strukturellen Voraussetzungen für eine neue inflationäre Phase sind bereits gelegt. Ähnlich wie in den 1970er-Jahren drohen nicht eine, sondern mehrere Inflationswellen – ausgelöst durch staatliche Schuldenprogramme, geopolitische Spannungen und massive fiskalische Eingriffe.

 

 

Massive Staatsausgaben: Viel Geld, das noch kommen wird

Ein zentraler Punkt wird in der öffentlichen Diskussion oft unterschätzt: Ein großer Teil der beschlossenen Staatsausgaben ist noch gar nicht in der Realwirtschaft angekommen.


Allein in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren mehrere Sondervermögen beschlossen – darunter:

  • das Sondervermögen Bundeswehr über            100 Mrd. €
  • sowie das neue Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität mit einem Volumen von bis zu 500 Mrd. €

Diese Mittel liegen größtenteils noch nicht im Wirtschaftskreislauf, sondern werden schrittweise über Jahre hinweg abgerufen. Sobald diese Gelder tatsächlich investiert werden – in Rüstung, Infrastruktur, Energie, Digitalisierung und Industrie – steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften, Rohstoffen und Dienstleistungen deutlich.

 

Das Ergebnis: steigender Preisdruck, insbesondere dann, wenn Angebot, Fachkräfte und Produktionskapazitäten nicht im gleichen Maß mitwachsen.

Schulden, Defizite und fiskalischer Spielraum

Parallel dazu wird die Schuldenbremse faktisch aufgeweicht. 

Verteidigungsausgaben oberhalb von 1 % des BIP sowie große Transformationsprojekte werden zunehmend kreditfinanziert.


Auch die EU geht in ihren Prognosen davon aus, dass Deutschland in den kommenden Jahren expansiv fiskalisch agieren wird, mit höheren Defiziten und steigenden Staatsausgaben.


Historisch betrachtet war genau diese Kombination –
 

hohe Staatsausgaben 

+ Schuldenfinanzierung 

+ geopolitischer Druck
 

ein klassischer Nährboden für mehrjährige Inflationszyklen.

Ein Blick zurück: Warum Inflation oft in Wellen verläuft

Die 1970er-Jahre zeigen eindrucksvoll, dass Inflation selten geradlinig verläuft. Auf eine erste Welle folgte oft eine scheinbare Beruhigung – nur um später durch neue Impulse erneut anzuziehen.


Heute sehen wir Parallelen:

 

  • steigende Rüstungsausgaben
  • staatliche Konjunkturprogramme
  • geopolitische Unsicherheiten
  • strukturelle Angebotsengpässe
     

Inflation verschwindet unter solchen Bedingungen nicht einfach – sie verlagert sich und kehrt zurück.

Wenn Prognosen blenden

Die Bundesbank rechnet für 2026 mit einer Inflationsrate zwischen 1,5 % und 1,9 %. Das klingt moderat, fast beruhigend.


Doch genau hier liegt die Gefahr.


Andere Vorlaufindikatoren, Inflations­erwartungen und Marktmodelle kommen auf 4 % bis 5 % als realistische Größenordnung – mit spürbaren Folgen für Kaufkraft, Zinsen und Vermögenswerte.


Das Problem:
Viele Anleger orientieren sich an Prognosen, die gut klingen, aber der Realität oft hinterherlaufen. Wer erst reagiert, wenn Inflation wieder klar sichtbar ist, handelt meist zu spät.


Gerade in solchen Phasen ist es entscheidend,

 

  • Zyklen zu erkennen,
  • Trends frühzeitig einzuordnen,
  • und Vermögensstrukturen so aufzustellen, dass Kaufkraft nicht schleichend verloren geht.

Fazit: 
Vorbereitung schlägt Prognose

 

Niemand kann Inflation punktgenau vorhersagen. 

Aber man kann sich robust aufstellen.


Die aktuellen Entwicklungen sprechen dafür, dass die nächste inflationsgetriebene Phase keine Überraschung, sondern eine logische Konsequenz der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist. Im Finanzcoaching geht es deshalb nicht um Panik oder extreme Positionierungen – sondern um:
 

  • realistische Einschätzung von Risiken
  • Schutz und Erhalt von Kaufkraft
  • und Strategien, die auch in inflationären Phasen funktionieren

 

Wer frühzeitig handelt, muss später weniger reagieren.

Haftungsausschluss

Die dargestellten Informationen, Berechnungen, Analysen, Kurse und Grafiken werden ausschließlich als allgemeinene Marktkommentare bereitgestellt und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Obwohl die Daten mit größtmöglicher Sorgfalt aus öffentlich zugänglichen und als zuverlässig eingestuften Quellen erstellt wurden, wird keine Haftung oder Gewähr für ihre Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität übernommen.

 

Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis Ihrer persönlichen Situation und nach individueller Beratung getroffen werden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.

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